505er Weltmeisterschaft in Hayling Island

(Fotos: Christope Favreau)

Der Höhepunkt der Saison führte die 505er-Klasse in diesem Jahr nach Hayling Island an der englischen Südküste. Für den Segelclub Hattingen gingen gleich zwei Teams an den Start: Mirco und Jacob sowie Arne gemeinsam mit Alexander vom Post-SV Koblenz.

Mit Teams aus den USA, Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Australien, Belgien, Frankreich, Südafrika, Schweden und Kanada war die Weltmeisterschaft hochkarätig und international besetzt. Gesegelt wurde auf dem Solent, einem der bekanntesten und anspruchsvollsten Segelreviere Europas, der für seine Strömung, Welle und wechselnden Bedingungen bekannt ist.

Donnerstag: Anreise und Vermessung

Am Donnerstag stand zunächst die Anreise nach Hayling Island sowie die Vermessung der Boote auf dem Programm. Nach den letzten Vorbereitungen und Kontrollen waren alle Teams bereit für die ersten Wettfahrten.

Freitag und Samstag: PRE Worlds

Vor dem eigentlichen Beginn der Weltmeisterschaft wurden am Freitag und Samstag zunächst die PRE Worlds ausgetragen, die gleichzeitig als Britische Meisterschaft gewertet wurden.

Der Solent zeigte sich dabei von seiner besten Seite. Am ersten Tag sorgten rund 15 Knoten Wind, strahlender Sonnenschein und beste Segelbedingungen für drei gelungene Wettfahrten.

Am zweiten Tag präsentierte sich das Revier deutlich abwechslungsreicher. Zunächst ging es bei rund 12 Knoten aufs Wasser, bevor der Wind zwischenzeitlich auf unter fünf Knoten nachließ und eine Startverschiebung auf dem Wasser notwendig machte. Nach etwa 40 Minuten stabilisierte sich der Wind wieder, drehte etwas nach Süden und frischte im weiteren Verlauf auf bis zu 18 Knoten auf. So konnten auch am zweiten Tag alle drei geplanten Wettfahrten gesegelt werden.

Wie bereits am Vortag standen weniger die Ergebnisse als vielmehr das Sammeln von Erfahrungen im Vordergrund. Viele Teams nutzten die PRE Worlds bewusst, um das Revier kennenzulernen oder Material zu testen. Entsprechend wurden nicht alle Wettfahrten von jedem Team bis ins Ziel gesegelt, sodass sich in den Ergebnislisten auch einige Aufgaben und Nichtstarter finden.

Mit insgesamt sechs Wettfahrten boten die PRE Worlds eine ideale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft und gaben allen Crews noch einmal die Möglichkeit, sich an die anspruchsvollen Bedingungen im Solent zu gewöhnen.

Sonntag: Letzte Vorbereitungen

Am Sonntag stand kein Segeln auf dem Programm. Stattdessen wurden die letzten Segel vermessen, das Material noch einmal gründlich kontrolliert und die Boote für die bevorstehende Weltmeisterschaft vorbereitet. Viele Teams nutzten den Ruhetag außerdem, um kleinere Wartungsarbeiten durchzuführen und sich nach zwei intensiven Regattatagen zu erholen.

Montag

Nach einem kurzen Briefing durch den Wettfahrtleiter ging es am Montag zur ersten Wettfahrt der Weltmeisterschaft aufs Wasser. Bei Sonnenschein und 10–15 Knoten Wind herrschten beste Bedingungen. Ein wichtiges Thema war von Beginn an die Strömung, die auf dem Solent eine entscheidende Rolle spielt.

Das erste Rennen wurde bei rund 15 Knoten und einer schönen Welle gesegelt, genau die Bedingungen, für die das Revier bekannt ist.

Auch das zweite Rennen begann vielversprechend. Für Arne und Alexander lief es zunächst sehr gut, sie lagen auf der zweiten Kreuz bereits auf Platz sechs. Dann schlief der Wind jedoch immer weiter ein und setzte kurze Zeit später auf der anderen Seite der Kreuz wieder ein. Dadurch wurde das Feld komplett durcheinandergewürfelt und sie fielen bis auf Platz 40 zurück. Auf dem folgenden Vorwindkurs konnten sie die neue Windsituation dann zu ihrem Vorteil nutzen und sich noch einmal um 18 Plätze nach vorne arbeiten.

Dienstag

Der Dienstag begann ähnlich wie der Vortag. Nach dem morgendlichen Briefing, bei dem der Wettfahrtleiter auch die Ereignisse des Vortages noch einmal besprach, ging es erneut bei sonnigem Wetter aufs Wasser.

Das erste Rennen fand bei Kaiserwetter und leichter Strömung statt.

 

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Im zweiten Rennen ereilte Arne und Alexander dann allerdings großes Pech. Während sie sich in einer guten Position im Feld befanden, brach der Schlitten der Wantenverstellung, mit dem die Wanten während des Segelns nach vorne und hinten verstellt werden können. Ein Weitersegeln war nicht möglich, sodass sie die Wettfahrt aufgeben mussten und nur noch unter Fock zurück in den Hafen segelten.

Am Abend konnten glücklicherweise alle benötigten Ersatzteile organisiert und eingebaut werden, sodass das Boot für den nächsten Wettkampftag wieder vollständig einsatzbereit war.

Den Tag ließ die gesamte Klasse bei einem vom Club organisierten Grillabend gemeinsam ausklingen.

Mittwoch

Am Mittwoch zeigte sich das Wetter ähnlich wie an den Vortagen, allerdings mit etwas weniger Wind. Nach dem morgendlichen Briefing musste zunächst rund 45 Minuten auf den Wind gewartet werden, da dieser sich im Regattagebiet noch nicht vollständig durchgesetzt hatte.

Anschließend konnten jedoch zwei Wettfahrten bei 8–12 Knoten gesegelt werden.

Am Abend fand erneut ein gemeinsames Debriefing statt. Mithilfe der GPS-Aufzeichnungen wurden die Rennen analysiert und die führenden Teams erklärten ihre Entscheidungen und Taktiken. Diese gemeinsame Auswertung gehört zu den besonderen Stärken der 505er-Klasse und bietet allen Teilnehmern die Möglichkeit, von den besten Crews zu lernen.

Donnerstag: Layday

Da bis einschließlich Mittwoch alle geplanten Wettfahrten planmäßig durchgeführt werden konnten, war der Donnerstag als Layday vorgesehen.

Den Teams blieb damit ausreichend Zeit, sich um ihre Boote zu kümmern, kleinere Reparaturen durchzuführen oder die Umgebung zu erkunden. Gerade für die vielen international angereisten Crews bot sich so die Gelegenheit, auch etwas von der englischen Südküste kennenzulernen, bevor die Weltmeisterschaft in ihre entscheidende Phase ging.

Freitag: Weltmeister stehen vorzeitig fest

Nach dem morgendlichen Briefing ging es pünktlich um 13 Uhr aufs Wasser. Erneut herrschten traumhafte Bedingungen mit viel Sonnenschein und 8–10 Knoten Wind.

Für Arne und Alexander verlief der Tag erfolgreich. Im ersten Rennen konnten sie mit einem 8. Platz ein starkes Einzelergebnis erzielen. Für das zweite Rennen frischte der Wind noch etwas auf und sorgte erneut für schöne Segelbedingungen.

Bereits nach diesem Tag stand der neue Weltmeister fest. Jan-Philipp und Felix vom Düsseldorfer Yachtclub hatten sich mit einer beeindruckend konstanten Serie nach acht Wettfahrten einen so großen Vorsprung erarbeitet, dass sie die letzten beiden Rennen als Streicher aus der Wertung nehmen konnten.

Samstag

Am letzten Tag der Weltmeisterschaft sollte der Wind noch einmal etwas zunehmen. Durch das Zusammenspiel von Gradientenwind und Thermik blieb er jedoch insgesamt etwas leichter als erwartet.

Nach rund 30 Minuten Startverschiebung, in denen der Wind noch einmal um etwa 40 Grad drehte, konnte das erste Rennen gestartet werden. Anschließend folgte noch eine weitere Wettfahrt bei leicht auffrischendem Wind und guten Bedingungen.

Nach den letzten Rennen wurden die Boote verpackt, bevor am Abend die Siegerehrung mit anschließendem gemeinsamen Dinner stattfand.

Mit 90 Booten aus zehn Nationen war die Weltmeisterschaft hervorragend besetzt und bot an allen Wettkampftagen hochklassigen Segelsport.

Für den Segelclub Hattingen konnten beide Teams ein gutes Ergebnis erzielen. Arne und Alexanderbeendeten die Weltmeisterschaft auf einem starken 22. Platz. Mirco und Jacob erreichten Platz 48 und wurden zusätzlich als zweitbestes Classic-Boot (Segelnummer vor 8790) ausgezeichnet.

Der Weltmeistertitel ging hochverdient an Jan-Philipp und Felix, die die Meisterschaft mit einer beeindruckenden Serie dominierten und sich den Titel bereits vor den letzten beiden Wettfahrten sichern konnten.

Mit einer hervorragend organisierten Veranstaltung, anspruchsvollen Bedingungen auf dem Solent und einem starken internationalen Teilnehmerfeld war die Weltmeisterschaft in Hayling Island ein würdiger Saisonhöhepunkt.

 

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