Der fünfte Maysailers‑Törn seit 2022 begann, wie es sich für eine echte Tradition gehört: mit bester Laune, zwei 37‑Fuß‑Booten und einer ordentlichen Portion Optimismus – der sich angesichts des Bootszustands allerdings schnell als mutige Fehleinschätzung herausstellte. Am 2. Mai legten wir in Altefähr auf Rügen ab, bereit für eine Woche Abenteuer, Sonne und gelegentlich funktionierende Technik.

Die Crews waren wie immer hochmotiviert: Auf der Scary Mary segelten Jacob, Julian, Volker, Malte und Skipper Ingo, während die Blue Passion mit Annette, Jan, Andreas, Stefan und Skipper Michael besetzt war.

 

Maysailer 2026
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Beide Boote präsentierten sich in einem Zustand, den man wohlwollend als „charakterstark“ bezeichnen könnte. Auf der Scary Mary verabschiedeten sich Hecklicht und Plotter bereits bei der Übergabe in den Urlaub, der Fäkalientank war voll (die Anzeige fehlte – vermutlich aus Scham) und nach zwei Tagen lief er über, als wolle er sagen: „Ich bin auch noch da!“ Die Blue Passion wiederum bot ein Plotterkartenwerk, das Bornholms Norden und die schwedische Küste offenbar für optional hielt. Dafür gab es ein Rollgroß mit vertikalen Latten, die sich beim Bedienen gern so verhakten, als wollten sie demonstrieren, wer hier wirklich das Sagen hat und damit das leichteste Crewmitglied hoch in den Mast zwangen.

Trotz dieser charmanten Herausforderungen segelten wir westlich an Hiddensee vorbei nach Lohme, umrundeten Kap Arkona und bewunderten die Kreidefelsen, die im Vormittagslicht so strahlten, als hätten sie sich extra für uns herausgeputzt. Zudem veranlassten sie einen Teil der Blue Passion-Crew dazu, das glasklare eiskalte Wasser zu einem erfrischenden Bad zu nutzen.

 

Maysailer 2026
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Weiter ging es nach Bornholm, wo wir in Rønne festmachten und natürlich auch Hammerhavn besuchten – inklusive Abstecher zur Burgruine Hammershus, die majestätisch über dem Meer thront und uns daran erinnerte, dass es schon immer Menschen gab, die gern an spektakulären Orten wohnten.

Maysailer 2026
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Von dort setzten wir über nach Ystad in Schweden, bevor wir wieder Kurs Richtung Deutschland nahmen und in Kloster auf Hiddensee anlegten, oder besser gesagt, einrasteten. Das Hafenhandbuch hatte sich für diesen Hafen wohl um ca. einen Meter bezüglich der Wassertiefe verrechnet. Am letzten Tag ging es zurück nach Altefähr – ein bisschen wehmütig, aber auch froh, dass die Boote uns trotz ihrer Eigenheiten nicht im Stich gelassen hatten.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: viel Sonne, kein Regen und an mehreren Tagen perfekter Wind. An zwei Tagen allerdings war der Wind so schüchtern, dass wir den Motor häufiger bemühen mussten, als es echten Seglern lieb ist. Doch selbst das konnte die Stimmung nicht trüben.

Zu den unvergesslichen Highlights gehörten die Kreidefelsen von Rügen, das beeindruckende Hammershus mit Bärlauchwald, Opalsee und Hammersee, der Besuch der Insel Hiddensee – und natürlich die Begegnungen mit Schweinswalen und Robben, die uns freundlich aus sicherer Entfernung musterten.

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