Ein Wochenende voller erster Male am Ijsselmeer

Von Freitag, den 19.06., bis Sonntag, den 21.06., machten sich mit Monika Rieckert und Daniela Naumann-El Kady zwei Damen unseres Clubs auf zu einem besonderen Segeltörn nach Warns am Ijsselmeer. Es sollte ein Wochenende werden, das nicht nur viele schöne Segelmomente bereithielt, sondern auch einige Premieren und kleine Abenteuer, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des Ankommens und Kennenlernens. Da es der erste Törn mit einer Motorsegeljacht war, wurde das Schiff zunächst gründlich erkundet. Gemeinsam wurden Inventarlisten und Sicherheitschecks sorgfältig durchgegangen. Jeder Handgriff, jede Leine und jedes wichtige Ausrüstungsteil sollte allen Crewmitgliedern bekannt sein – eine Vorbereitung, die sich später noch als sehr hilfreich herausstellen sollte.

Auch die Technik der Yacht hatte ihre eigenen Besonderheiten. Der Motor erwies sich als ein sensibles Herzstück des Schiffes: Das Standgas zu finden, war nicht ganz einfach und sorgte für den einen oder anderen spannenden Moment. Bei mehr Gas wurde der Motor zudem schnell zu warm, sodass die Devise lautete: lieber entspannt und mit Bedacht unterwegs sein. So ging es schließlich gemütlich durch den Kanal in Richtung Schleuse, nachdem zunächst unter Motor verschiedene Manöver geübt wurden.

Ijsselmeertörn
Ijsselmeertörn

Eine weitere Premiere war das Übernachten an Bord. Statt abends zurück an Land zu gehen, wurde das Schiff zum Zuhause für das Wochenende. Die erste Nacht sollte allerdings gleich zeigen, dass ein Segelboot immer für Überraschungen gut ist: Ein kräftiges Gewitter zog über Warns hinweg und weckte die beiden Seglerinnen unsanft. Das Schiff lag sicher in der Box und trotzte dem Rucken der Leinen. Als der Regen nachließ, stellte sich allerdings heraus, dass die Yacht an einigen Stellen nicht ganz dicht war und Wasser eindrang. Glücklicherweise hatten sie sich die richtigen Schlafplätze ausgesucht – die persönlichen „Liegeplätze“ blieben trocken, sodass das Gewitter am Ende eher als besondere Törn-Erinnerung denn als echtes Problem in die Geschichte einging.

Auch das Schleusen stand zum ersten Mal auf dem Programm – und sollte direkt für einen der abenteuerlichsten Momente des Törns sorgen. Beim Einfahren in die Schleuse lief nicht alles ganz nach Plan: Der anvisierte Poller wurde nicht getroffen, und plötzlich war auch noch der Rückwärtsgang drin. Als wäre das nicht schon aufregend genug, verhedderte sich beim Lösen die Leine. Doch genau hier zeigte sich der Wert der gründlichen Vorbereitung: Durch die Sicherheitschecks am ersten Tag war klar, wo das Messer hing – ein wichtiges Hilfsmittel für den ersten Lösungsversuch.

Der Versuch, die Leine einfach zu kappen misslang allerdings. Also musste Plan B her: beherztes, schnelles Aussteigen und die Situation direkt vor Ort lösen. Am Ende ging alles gut aus – und aus der kleinen Schleusenpanne wurde eine Geschichte, über die man später sicher noch öfter schmunzeln wird.

Nach diesen ersten Erfahrungen warteten dann die eigentlichen Höhepunkte: wunderschöne Segelstunden auf dem Ijsselmeer. Bei guten Bedingungen zwischen 2 Bft und 5er Böen konnten die beiden das Revier genießen, die Weite des Wassers erleben und die besondere Stimmung dieses niederländischen Segelgebiets aufnehmen. Besonders beeindruckend war die Fahrt in der Welle vor Stavoren. Dort zeigte sich das Ijsselmeer von seiner lebendigeren Seite: Wind, Wellen und das Gefühl, mit der Yacht durch das Wasser zu gleiten, sorgten für echtes Segelvergnügen.

Zwischen den einzelnen Etappen blieb auch Zeit, das Leben an Bord und im Hafen zu genießen. Warns erwies sich als idealer Ausgangspunkt für diesen besonderen Törn. Die morgendlichen und abendlichen Schwimmeinheiten an der Badeleiter am Rand des Hafenbeckens wurden zu einem festen Ritual und sorgten für Erfrischung, gute Laune und einen ganz besonderen Start beziehungsweise Abschluss der Tage.

Mit vielen neuen Erfahrungen, schönen Erinnerungen und einer Sammlung von Geschichten kehrten die beiden Damen nach Hause zurück. Ein Törn, der einmal mehr gezeigt hat: Segeln bedeutet nicht nur perfekte Manöver, sondern auch Flexibilität, gegenseitiges Vertrauen und die Freude daran, gemeinsam Lösungen zu finden.

Ijsselmeertörn
Ijsselmeertörn