505er North Americans in Annapolis – nächste Station nach der Weltmeisterschaft
(Fotos: Anna Suslova)
Nach der Weltmeisterschaft in England ging es für mich weiter in die USA zu den North American Championships in Annapolis. Gemeinsam mit meinem Steuermann Doug Hagan aus Hawaii stand die nächste große Regatta auf dem Programm. Am Freitag erfolgte die Ankunft in Washington, anschließend ging es weiter nach Annapolis. Am Wochenende stand zunächst eine kleine Regatta gemeinsam mit den A-Cats auf dem Programm. Am Samstag konnten bei überwiegend leichten und wechselnden Windbedingungen fünf Rennen gesegelt werden. Der Sonntag fiel dagegen buchstäblich ins Wasser: Starker Regen und Nebel verhinderten das Segeln.
Am Montag standen zunächst die Vermessung und anschließend zwei Stunden Training auf dem Programm. Am Dienstag folgten weitere drei Stunden Training bei 6 bis 10 Knoten Wind. Im Anschluss gab es ein Debriefing mit neun Weltmeistern und erfahrenen Trainern, bei dem wichtige Erkenntnisse und Tipps ausgetauscht wurden.
Der erste Wettfahrttag begann mit einer einstündigen Startverschiebung, da zunächst nicht genügend Wind vorhanden war. Anschließend konnten bei leichtem und teilweise drehendem Wind zwei Rennen gesegelt werden.
Die wechselnden Bedingungen sorgten dafür, dass das Feld ordentlich durcheinandergewirbelt wurde. Die Ergebnisse zeigten, wie eng die Leistungsdichte ist und wie viel bei diesen Windverhältnissen von den richtigen Entscheidungen abhängt.
Nach den Rennen folgte ein gemeinsames Debriefing mit Videoaufnahmen. Dabei wurden die entscheidenden Situationen analysiert und Erfahrungen sowie Meinungen dazu ausgetauscht, was besonders gut funktioniert hatte.
Am Abend gab es für alle Teilnehmer noch ein gemeinsames Essen im Club – ein gelungener Abschluss des ersten Regattatages.
Am zweiten Regattatag konnten drei Rennen gesegelt werden. Der Wind nahm im Laufe des Tages zwar etwas ab, blieb zunächst aber konstant. Wir fanden immer besser zusammen und konnten uns im vorderen Teil des Feldes behaupten. Mit den Plätzen 9, 9 und 5 war es ein guter Tag auf dem Wasser.
Anschließend brach der Wind vollständig zusammen, sodass wir schließlich zurück in den Hafen geschleppt wurden.
Am Abend stand wieder ein gemeinsames Debriefing auf dem Programm. Neben Videoaufnahmen kamen diesmal auch Drohnenvideos zum Einsatz. Die Top-Segler gaben Tipps und teilten ihre Erfahrungen, sodass wir die Rennen gemeinsam analysieren und einiges für die kommenden Wettfahrten mitnehmen konnten. Danach gab es erneut ein gemeinsames Essen für alle Teilnehmer.
Den Abschluss des Abends bildete die jährliche Sitzung der amerikanischen 505-Klassenvereinigung.
Der dritte Regattatag begann bei bewölktem Himmel und leicht drehendem Wind. Unter diesen Bedingungen wurden zunächst zwei Rennen gesegelt. Im Laufe des Tages kam dann die Sonne heraus und der Wind frischte auf 12 bis 15 Knoten auf. Gleichzeitig wurde die Windrichtung deutlich stabiler, was für konstantere Bedingungen auf dem Wasser sorgte.
Wir beendeten den Tag mit den Plätzen 11, 6, 9 und 9. Damit konnten wir uns weiterhin im Mittelfeld des starken internationalen Feldes behaupten.
Am Abend gab es wie an den Tagen zuvor ein gemeinsames Debriefing, bei dem die Rennen analysiert und Erfahrungen ausgetauscht wurden. Anschließend kamen alle Teilnehmer wieder zum gemeinsamen Essen zusammen.
Die Windvorhersage für den letzten Tag sollte sich bestätigen: Es wurden 20 bis 30 Knoten erwartet. Der starke Wind allein war allerdings nicht das Problem. Die Kombination aus sehr geringer Wassertiefe und den dadurch entstehenden großen, kurzen Wellen machte die Bedingungen schwierig. Deshalb entschied die Wettfahrtleitung, keine weiteren Rennen mehr zu starten.
Damit begann das große Einpacken. Unser Boot wurde zusammen mit sieben weiteren 505ern direkt auf einen Lkw verladen, der die Boote zurück nach San Francisco bringen sollte. Dort stand bereits am darauffolgenden Wochenende die nächste Regatta an.
Wir beendeten die North Americans auf dem 8. Platz und sind mit diesem Ergebnis sehr zufrieden.
Für mich ging es anschließend über Washington zurück nach Deutschland. Mein Steuermann Doug machte sich auf den Weg zurück nach Hawaii.
Die lange Reise in die USA hat sich definitiv gelohnt. Wir hatten schönes Segeln, konnten uns im Laufe der Regatta immer besser einspielen und uns in einem starken internationalen Feld behaupten. Besonders wertvoll waren auch die intensiven Gespräche und die gemeinsamen Debriefings nach den Trainingstagen und Wettfahrten. Durch Videos, Drohnenaufnahmen und die Tipps der Top-Segler konnten wir viele neue Erkenntnisse mitnehmen.
Mit einem guten achten Platz und vielen neuen Erfahrungen im Gepäck ging damit eine rundum lohnende Regattareise zu Ende.

