(Fotos: Christoph Favreau)

505er Eurocup über Ostern in La Rochelle

Über Ostern fand der erste 505er Eurocup der Saison 2026 in La Rochelle an der französischen Atlantikküste statt. Für den Segel-Club Hattingen waren gleich zwei Teams am Start: Jacob und Mirco sowie Arne und Alexander (Post-SV Koblenz).

Nach vielen Jahren ging es zum Saisonauftakt diesmal nicht ans Mittelmeer, sondern an den Atlantik (WM Revier 2012 mit 180 Booten). Damit standen neben Wind und Welle auch Gezeiten und Strömung im Fokus. Dafür gab es zwar etwas weniger Sonne, aber an allen Tagen gut segelbaren Wind und ein sehr spannendes Revier.

Wir waren bereits eine Woche vor Regattabeginn vor Ort und konnten insgesamt fünf Tage trainieren und vorbereiten. Besonders hilfreich waren dabei zwei organisierte Trainingstage mit den Franzosen inklusive Debriefing nach dem Segeln. Wie in der 505er-Klasse üblich, wurde dabei viel über Setup, Manöver und Taktik gesprochen und voneinander gelernt.

Insgesamt gingen 42 Teams an den Start, mit Beteiligung aus USA, Australien, Deutschland, Schweiz, Belgien, Finnland und Großbritannien. Besonders auffällig war die starke französische Beteiligung, was für einen Eurocup eher untypisch ist und für eine tolle Atmosphäre auf dem Wasser und an Land sorgte.

 

Freitag

Der erste Wettfahrttag brachte mit 15–18 Knoten den meisten Wind der Regatta. Dazu war es kühl und teilweise feucht. Die Strömung spielte zwar eine Rolle, machte aber keinen entscheidenden Unterschied – wichtiger waren gute Starts, Bootsgeschwindigkeit und das richtige Reagieren auf Winddreher.

 

Samstag

Für Samstag waren vier Wettfahrten geplant. Da am Nachmittag eine Thermik einsetzen sollte, die gegen den Gradientenwind arbeiten würde, wurde der Start 1,5 Stunden nach vorne gezogen. Diese Entscheidung zahlte sich aus: Alle vier Rennen konnten sauber durchgezogen werden. Danach blieb noch genug Zeit, den Nachmittag bei Sonne, gutem Essen und Bier auf der Terrasse des Clubs ausklingen zu lassen.

 

Sonntag

Für Sonntag war eigentlich wenig Wind angesagt, am Ende kamen aber doch 7–10 Knoten aus West bei Sonnenschein zustande. Damit wurde der letzte Tag anspruchsvoller als erwartet. Strömung, leichte Dreher und enge Felder sorgten für spannende Rennen. In den ersten beiden Läufen setzte sich oft die linke Bahnseite durch, im letzten Lauf für den Tag drehte das Bild dann komplett und die rechte Seite gewann.

Im Kampf um den Gesamtsieg konnten sich Jan-Philipp Hoffmann und Felix Brockerhoff aus Deutschland mit einer starken und konstanten Serie souverän durchsetzen und den Eurocup-Sieg bereits vor dem letzten Rennen absichern.

Ergebnisse und Fazit

Nach insgesamt 10 Wettfahrten belegten Arne und Alexander Platz 9, Mirco und Jacob Platz 35. Insgesamt war es ein sehr gelungenes Event mit engem Racing, abwechslungsreichen Bedingungen und einer starken internationalen Beteiligung.

Der Club La Rochelle Nautique bot beste Bedingungen mit sehr guter Organisation auf dem Wasser und einer angenehmen Atmosphäre an Land. La Rochelle war für viele ein neues Eurocup-Revier und kam bei den Teilnehmern hervorragend an.

Alle Teams konnten viel segeln und besonders durch Training, Debriefings und den Austausch mit den besten Crews viel mitnehmen. Ein Saisonstart, der sportlich wie auch vom Gesamtpaket absolut überzeugt hat.

 

 

Arne Wittemer

 

 

Fotos: Christophe Favreau

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