505er Eurocup am Gardasee

Nur wenige Wochen nach dem Saisonauftakt in La Rochelle stand mit dem Eurocup in Riva del Garda bereits die nächste große Regatta der 505er-Klasse an. Für den Segelclub Hattingen gingen erneut zwei Teams an den Start: Jacob und Mirco sowie Arne und Alexander (Post-SV Koblenz).

Der Gardasee zeigte sich diesmal allerdings nicht von seiner klassischen Seite. Statt Sonne, Vento und kräftiger Ora bestimmten vor allem Regen, Wolken und Nordwindlagen die Woche. Gerade diese ungewöhnlichen Bedingungen machten das Segeln jedoch besonders spannend und anspruchsvoll.

Bereits eine Woche vor Regattabeginn reisten wir an, um vier Trainingstage zur Vorbereitung zu nutzen. Der letzte Trainingstag war dann genau so, wie man sich den Gardasee vorstellt: morgens um 8:30 Uhr eine Einheit bei schönem Vento, mittags dann noch einmal bei rund 20 Knoten Ora und Sonnenschein ein perfekter Trainingstag.

Insgesamt gingen 43 Boote aus 10 Nationen an den Start, darunter Teams aus den USA, Australien, Deutschland, der Schweiz, Polen, Finnland, Großbritannien und Kanada. Das Niveau im Feld war entsprechend hoch und sorgte für enge Rennen.

Donnerstag

Der erste Wettfahrttag begann mit Bedingungen, die sich wohl kaum jemand für den Gardasee gewünscht hatte: niedrige Temperaturen, starker Regen und ein dauerhafter Nordwind. Beim Morgenbriefing kündigte die Wettfahrtleitung dennoch ein mögliches Wetterfenster zwischen 13 und 15 Uhr an was zunächst kaum vorstellbar schien.

Tatsächlich ging die Wettfahrtleitung pünktlich aufs Wasser und behielt recht. Trotz Regen „wie aus Eimern“ konnten bei 10–15 Knoten Nordwind drei gute Rennen gesegelt werden. Die Starts waren bei 43 Booten entsprechend eng und anspruchsvoll, dazu kamen zahlreiche Frühstarts und UFD-Strafen im Feld.

Freitag

Auch der zweite Tag begann grau und nass. Zunächst blieb die Startverschiebung an Land, bevor die Wettfahrtleitung gegen 15 Uhr entschied, doch noch aufs Wasser zu gehen. Bei leichtem Nordwind und diesmal immerhin ohne starken Regen konnten noch zwei Rennen gesegelt werden.

Wie schon am Vortag bewies die Wettfahrtleitung dabei ein beeindruckendes Gefühl für den Gardasee und die lokalen Wettersysteme. Trotz schwieriger Prognosen gelang es erneut, gute Rennen durchzuführen.

Samstag

Am letzten Tag ging es bereits um 11 Uhr aufs Wasser. Das erste Rennen wurde noch bei Nordwind beziehungsweise Vento gesegelt, bevor sich im Verlauf des Tages doch noch eine leichte Ora durchsetzen konnte. Dadurch waren noch zwei weitere Wettfahrten möglich.

Die Bedingungen blieben weiterhin schwierig mit vielen Winddrehern, Löchern und wechselnden Druckfeldern. Besonders die Starts und die richtige Seitenwahl waren entscheidend. Dennoch zeigte sich zum Abschluss endlich noch einmal etwas von dem typischen Gardasee-Gefühl.

Ergebnisse und Fazit

Nach insgesamt acht Wettfahrten belegten Arne und Alexander Platz 16, Mirco und Jacob Platz 35.

Der Gesamtsieg ging an die Briten Paul Brotherton und James Fawcett, die sich in einem engen Feld mit konstanten Ergebnissen durchsetzen konnten. Dahinter folgten weitere internationale Topteams aus Großbritannien und den USA.

Trotz der schlechten Wetterprognosen entwickelte sich der Eurocup in Riva zu einer sehr gelungenen Veranstaltung. Die Wettfahrtleitung bewies eindrucksvoll, wie gut sie ihren See und die lokalen Windsysteme kennt, und schaffte es, an allen drei Tagen Rennen durchzuführen.

Auch abseits des Wassers war die Veranstaltung hervorragend organisiert. Viele Teams nutzten die Trainingstage, Debriefings und Gespräche an Land, um voneinander zu lernen.

Am Ende waren sich viele einig: Auch ohne klassischen Sonnenschein und Ora hat der Gardasee einmal mehr gezeigt, warum er zu den besten Segelrevieren Europas gehört.

 

 

Arne Wittemer

 

 

 

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